Das Vorstellungsgespräch:
ONLINE VS PERSÖNLICH

Immer häufiger werden heute vor einem ersten persönlichen Kennenlernen Vorstellungsgespräche via Skype oder mithilfe anderer Video-Chats geführt. Einige Bewerber stellt dies vor neue Herausforderungen. Unter anderem dann, wenn sie mit der gefordertenTechnik nicht vertraut sind. Aber auch unabhängig von technischen Hürden birgt diese Art der Kommunikation sowohl Vor- als auch Nachteile.

Vorteile

Geringer Aufwand
Besonders, wenn das Unternehmen nicht in der unmittelbaren Umgebung ansässig ist, kann diese Form der ersten „Annäherung“ sehr sinnvoll sein. Denn sollte sich dabei herausstellen, dass Unternehmen und Bewerber nicht zueinander passen, sparen beide Seiten Zeit, Aufwand und Nerven. In Sachen Effizienz ist diese Methode also unschlagbar.

„Schummeln“ möglich
Ein wesentlicher Vorteil der Online-Gespräche ist, dass man im besten Falle in vertrauter Umgebung Notizen oder andere Gedächtnisstützen benutzen kann. Im Falle eines Blackouts hat man so z. B. den Lebenslauf usw. immer griffbereit und verschafft sich dadurch grundsätzlich mehr Sicherheit für einen souveränen Auftritt.

Gesundheitlich unbedenklich
In Zeiten von Covid-19 kommt ein wesentlicher Aspekt hinzu, nämlich der Schutz der Gesundheit. Corona und andere Viren beschäftigen uns möglicherweise auch noch in Zukunft. Video-Anrufe bieten entsprechend eine gute Möglichkeit, sicher und geschützt dennoch notwendige Kontakte wie z. B. Vorstellungsgespräche wahrnehmen zu können.

Herausforderungen

Kein persönlicher Eindruck
Wo sonst ein Händedruck und ein Lächeln den ersten Eindruck positiv beeinflussen konnten, entfallen viele persönliche Eindrücke bei einem Videochat oder spielen eine eher untergeordnete Rolle. Außerdem werden durch die digitale Übertragung Mimik und Gestik aller Gesprächspartner weniger authentisch übermittelt.

Small Talk extreme
Fragen, die sich nach dem persönlichen Aufeinandertreffen ergeben, klassische „Small-Talk-Themen“ also, gehen gewöhnlich einem Job-Interview voraus und sorgen bereits Eingangs für eine aufgelockerte Atmosphäre. Diese Aufwärmphase fällt nun weg oder ist zumindest weniger situativ, häufig geht es sofort zur Sache. Dadurch kann das Gespräch insgesamt etwas unpersönlicher und weniger natürlich verlaufen.

Wenig Einblick ins Unternehmen
Während der Interviewer, grundsätzlich ungewollt, einen sehr persönlichen Einblick in die Wohnung erhält ( Personaler berichten von vorbeilaufenden WG-Mitbewohnern, Kitschromanen im Regal oder der nicht weggeräumten Weinflasche im Hintergrund ), hat man anders herum als Bewerber weniger Aussicht auf einen nachhaltigen ersten Eindruck. Kein potenzieller zukünftiger Arbeitskollege läuft über den Weg, man sieht nur einen Ausschnitt der Büroräume und bekommt insgesamt sehr wenig von der Atmosphäre und dem Miteinander vor Ort mit.

Wenn die Technik streikt
Wir alle kennen die unangenehme Situation, wenn die Technik streikt und der Gesprächspartner beispielsweise zwar zu sehen, aber nicht zu hören ist. Das passiert auch den erfahrensten Bewerbern. Ein Trost ist vielleicht, dass auch die Interviewer die Technik nicht immer vollständig beherrschen.

Worauf Sie achten sollten

Was auch immer nun die Vorteile oder Herausforderungen eines Video-Bewerbungsgespräches sein können, einen Fehler sollte man auf keinen Fall begehen: Ein Video- Interview auf die leichte Schulter nehmen. Schließlich entscheidet sich auch hier, ob weitere vertiefende Gespräche geführt werden! Deshalb möchten wir Ihnen noch einige aus unserer Sicht wertvolle Tipps an die Hand geben.

DAS WICHTIGSTE: NEHMEN SIE DAS BEWERBUNGSGESPÄCH ERNST!

Gehen Sie nicht leichtfertig, sondern gut vorbereitet und mit voller Konzentration in das Gespräch. Eine weitere Chance, zu überzeugen gibt es ansonsten möglicherweise nicht.

  • Vor dem Interview sollten Sie Ihr Profilbild und Ihren Profilnamen checken. Partyschnecke oder Schmusebärchen als Nicknamen vermitteln keinen souveränen Eindruck.
  • Kleiden Sie sich auch hier dem Anlass entsprechend. Der Raum, die Umgebung und die Lichtverhältnisse sollten geeignet für den Anlass sein. Was darf im Hintergrund zu sehen sein. Ein Bücherregal bspw. – aber schauen Sie noch einmal nach, welche Bücher im Regal stehen. Günstig sind einfarbige Wände mit nicht allzu extremen Farben. Die Beleuchtung sollte möglichst von vorne kommen und ihr Gesicht gleichmäßig ausleuchten, sodass keine Schatten entstehen. Checken Sie das Mikrofon und bringen Sie die Kamera in Augenhöhe. Und sehr wichtig, schauen Sie während des Gespräches möglichst in die Kamera, nicht auf den Monitor!
  • Damit die volle Konzentration gewährleistet ist, schließen Sie vor dem Interview alle anderen Anwendungen auf dem PC und eventuelle Mitbewohner aus dem Zimmer aus.
  • Um sicher zu sein, dass alles funktioniert, machen Sie einen Probelauf und testen Sie die Technik vorher mit einer Testperson am anderen Ende. In jedem Falle ist es absolut notwendig, sich im Vorfeld genug Zeit für die Vorbereitung zu nehmen. Nur dann werden Sie sich entspannt auf den Inhalt des Gesprächs und Ihr Gegenüber einlassen können.
  • Sollte im Vorstellungsgespräch doch etwas schief gehen, bewahren Sie die Nerven. Denn hier zeigt sich für den Personaler Ihre Fähigkeit im Umgang mit Stresssituation.
  • Während des Gespräches verhalten Sie sich so, wie Sie Ihrem Gesprächspartner auch vor Ort begegnen würden – mit einem freundlichen, aufgeschlossenen Gesichtsausdruck und einer aufrechten Haltung. Die Bewegungen sollten nicht zu hektisch sein, da diese noch übertragen werden müssen. Wichtig ist es auch, klar und deutlich zu sprechen und den Gesprächspartner ausreden zu lassen, da es durch die Übertragung zu Verzögerungen des Tons kommen kann. Wenn man sich dann unabsichtlich ständig ins Wort fällt, kann es schnell unübersichtlich werden.

Wenn Sie diese Regeln beachten, steht einem gelungenen Bewerbungsgespräch via Skype & Co. nichts mehr im Weg. Wir von aventa wünschen Ihnen viel Erfolg dabei 

*Aus Gründen der einfacheren Lesbarkeit verwenden wir die maskuline Form.